Lenz Berger liest „Rupertiwinkler Weihnachtsg’schicht“ von Karl Robel

Lenz Berger liest Weihnachtsgschicht von Karl Robel

Ein grandioser Erfolg war am vierten Adventssonntag eine Veranstaltung, die der „Förderverein Bairische Sprache und Dialekte“ in Zusammenarbeit mit dem Hans-Peter Porsche Traumwerk in Aufham veranstaltet hat. Lenz Berger las die „Rupertiwinkler Weichtnachtsg’schicht“ des Teisendorfer Dichters Karl Robel. Die Zuhörer kamen in Scharen, die 400 aufgestellten Stühle reichten nicht aus, so dass spontan andere Sitzgelegenheiten genutzt wurden und für viele Gäste gab es nur noch einen Platz an einem der Stehtische. Für stimmungsvolle musikalische Gestaltung sorgten Gertraud Gebauer auf der Harfe, die Stoaberg Sängerinnen und das Bläserduo Häusl/Höglauer.

Die „Rupertiwinkler Weihnachtsg’schicht ist Robels größter Erfolg. Er hat die Ereignisse aus der bekannten biblischen Erzählung in die hiesige Region, den Rupertiwinkel, transferiert. Die Geschichte hat nichts von ihrer Bedeutung verloren, wie der enorme Zuspruch zur Veranstaltung beweist und wirkte an diesem nebelgrauen Adventsnachtmittag wie ein hoffnungsvoller Lichtstrahl. Das soll ja auch die Botschaft der Weihnachtsgeschichte sein: Hoffnung, Mut und Zuversicht zu verbreiten. Mit diesem Werk, das übrigens Robels größter Erfolg war, gelingt es dem Teisendorfer Dichter, die biblischen Überlieferungen aus dem Lukasevangelium in ein neues verbales Gewand zu kleiden, das seine eigene Sprache spricht: die Rupertiwinkler Mundart.  Robel schildert in seiner unverwechselbaren Art den Weg des heiligen Paares von Nazareth nach Bethlehem, die Herbergssuche, die Geburt Christi und die Anbetung der Hirten in Gedichtform und im regionalen Dialekt. In vielen Passagen kommt dabei immer wieder die Naturverbundenheit des Autors zum Ausdruck und Robel benutzt anschauliche Wortmalereien, so dass die Geschichte sehr bildhaft wirkt. Die Klangfarbe des Rupertiwinkler Dialekts tut das ihre dazu, Robel schöpft aus dem reichhaltigen Wortschatz der Region. Da kommt das Paar auf seinem Weg beispielsweise an einem „Bründl mit Granterl“ vorbei, wo erfrischendes Wasser zur Verfügung steht, trifft auf einen „g’wamperten“ Wirt und die Hirten suchen schließlich nach einem passenden „Weisert“ für das neugeborene Christuskind. Robels charakteristisches Sprachkolorit und seine feinsinnigen Wortspiele nehmen das Publikum förmlich an die Hand, um eine gemeinsame Gedankenreise nach Bethlehem zu unternehmen. Das Werk ist in Teilüberschriften gegliedert, Lenz Berger liest in gekonnter Manier daraus und wird in einzelnen Passagen einfühlsam von Gertraud Gebauer auf der Harfe begleitet, die Untermalung verströmt Besinnlichkeit pur. Im Saal könnte man trotz der vielen Besucher eine Stecknadel zu Boden fallen hören, gebannt verfolgt das Publikum die Lesung. Um die gesprochenen Worte noch nachhaltiger wirken zu lassen, dafür sind die Stoabaerg Sängerinnen zuständig. Teils sind ihre Texte sehr nachdenklich. So wird unter anderem bei der Herbergssuche die Verzweiflung des Heiligen Paares unterstrichen: „…miasst‘s es nur z’ammascharrn und doch oamal aussifahrn aus dera Welt.“ Lenz Berger liest weiter aus dem Robels Weihnachtsgeschichte, wobei einmal mehr deren Aktualität deutlich wird: „Trotz Wohlstand und Bequemlichkeit, ham’s doch koa echte Freid. D’Leut  möcht‘n ohne Herrgott leb’n, drum geht heit so vui daneb’n. Toats’n in d’Mitt eine nehma, dann kunnt ois ganz anders kemma.“  Anschaulich wird weiter über die besondere Nacht der Geburt Christi berichtet, Blumen fangen an zu blühen und es will nicht richtig dunkel werden. Die bildhaften Worte werden von Musikanten und Sängerinnen unterstrichen und vermitteln einen ganz besonderen vorweihnachtlichen Zauber, stellen aber vor allem die Weihnachtsbotschaft in den Vordergrund: sie bringt Hoffnung, Mut und Zuversicht. Mit dem Andachtsjodler fand eine eindrucksvolle Veranstaltung ihren Abschluss, der lang anhaltende Applaus sprach für sich. Georg Baumgartner, der Sprecher des FBSD-LV Rupertiwinkel, zeigt sich überwältigt von der enormen Resonanz, bedankte sich abschließend bei den Mitwirkenden und in erster Linie bei Organisator Lenz Berger,  beim Porsche Traumwerk für die Kooperation und beim Publikum für den zahlreichen Besuch. 

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