LV München Stadt und Land
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LV München Stadt und Land (3)

Donnerstag, 25 September 2014 11:07

Bairischtest auf der Oidn Wiesn 2014

Sprachverein wieder mit eigenem Stand im Museumszelt

Ist „Paradeisl" die bairisch verniedlichte Form von Paradies und ist „Pfoad" der mundartliche Ausdruck für das Pferd? Wer es genau wissen und seine Bairischkenntnisse testen will, kann sich auch in diesem Jahr auf der Oidn Wiesn im Museumszelt am Stand des Fördervereins Bairische Sprache und Dialekte e.V. (FBSD) einem unterhaltsamen und gleichwohl lehrreichen Bairisch-Sprachtest unterziehen.

Vom ersten bis zum letzten Wiesntag, jeweils von 10 Uhr bis 18 Uhr, stellen Mitglie-der des Vereins Fragebögen und Leseproben bereit. Wer alle Fragen richtig beant-wortet bekommt als Zertifikat das weiß-blaue Wapperl „I red Boarisch - und Du?". Zudem können sich Besucher über die Ziele und die Maßnahmen des mit 3.300 Mitgliedern größten Sprachvereins in Bayern informieren. Auch praktische Hinweise und Buchempfehlungen zur Weitergabe und Pflege der bairischen Sprache in Familien, Kindergärten und Schulen gibt's kostenfrei bei den ehrenamtlichen Sprachfreunden.
Weitere Informationen zur bairischen Sprache und zum Vereinsleben sowie Termi-ne weiterer Veranstaltungen gibt´s unter www.fbsd.de .

Bei Fragen Telefon 0179 5954983
Benedikt Kronenbitter,
Vorsitzender des FBSD-Landschaftsverbands München Stadt und Land

Mittwoch, 05 Oktober 2011 02:00

FBSD auf der "Oiden Wiesn" dabei!

Der Förderverein Bairische Sprache und Dialekte e.V. (FBSD), vertreten durch den Landschafts-verband München Stadt und Land, war nach dem großen Erfolg bei der „Historischen Wiesn" im Jahr 2010 auch bei der ersten „Oiden Wiesn" dabei. Bereits bei der Namensgebung „Oide Wiesn" war der FBSD in der Jury vertreten. Zusammen mit den Partnern Bayerischer Landesverein für Heimatpflege e.V., der Monacensia, dem literarischen Gedächtnis der Stadt München und der Münchner Schule für Bairische Musik-„Wastl-Fander-Schule", präsentierte sich der Sprachverein in einem gemeinsamen Stand vor dem Zelt der „Schönheitskönigin".

„Schmankerl" gab's genügend auf der „Oiden Wiesn" Für die kulinarischen, musikalischen und gesanglichen Schmankerl sorgten die Sänger und Musikanten. Für die sprachlichen Schmankerl war der FBSD zuständig. Was bedeutet „Auf dGant kemma"? Was ist ein „Magndratzal"? Ist Bissgurn oder Bissgurkn richtig? Was bedeutet „außigrasn"? und woher kommt „Aufpàssn wiara Hàftlmacher"? Habts àà a „Gerschdl", an „Diridari" dabei? Ein „Pfenningfuchser" kommt auf der Wiesn nämlich nicht recht weit und wird sich auch beim „Obandln" schwer tun. Ob da was zsamm geht mit am „Gschpusi" ? Wer seine Bairisch Kenntnisse testen wollte, konnte sich am Stand einem unterhaltsamen und gleichwohl lehrreichen Bairisch-Sprachtest unter dem Titel „Woaßt as?" unter-ziehen. Wer alle Fragen richtig beantwortete, bekam als Zuckerl das FBSD-Wapperl „I red Boarisch - und Du?" geschenkt. Zudem erhielten die Besucher Informationen über die Ziele und Aktivitäten des mit 3.200 Mitgliedern größten Sprachvereins in Bayern der z.B. am 21. Februar 2011 zum „Inter-nationalen Tag der Muttersprache" zusammen mit dem Kultusministerium den MundArt-Wettbewerb „higschaut - zughorcht – mitgschwätzt" für alle Grundschulen in Bayern ausgerufen hatte. „Der Dialekt schafft einen besonderen Bezug der Kinder zum eigenen Kulturraum und zu den Menschen, die darin leben", so Schirmherr Kultusminister Ludwig Spaenle. Waren es in den ersten Tagen noch 5-6 ehrenamtliche Mitglieder die den Stand betreuten, musste der Landschaftsver-bandsvorsitzende Gerhard Holz bald Verstärkung anfordern. So standen bereits ab dem zweiten Wo-chenende täglich 8-9 FBSD Vertreter zur Verfügung, um den gewaltigen Andrang und das große Inte-resse zu befriedigen. Die bairischen Begriffe und Redewendungen trugen auch zur guten Stimmung bei, die an allen 17 Tagen erlebbar war und sich auf alle Besucher übertrug. Dieser große Zuspruch der Wiesn-Besucher aller Altersschichten und unterschiedlichster Herkunft zeigt, daß die Menschen sich durchaus Gedanken machen, was für sie wichtig ist. In einer immer mehr globalisierten Welt spielt die Heimat und die Region, in der man zu Hause ist, spürbar eine immer größere Rolle. Woher sollen wir denn wissen, wo wir hingehen sollen, wenn wir nicht wissen, wo wir herkommen. In die-sem Sinne hoffen wir, daß die Eltern und Großeltern, aber auch ErzieherInnen und LehrerInnen zu-künftig wieder mehr Dialekt mit den Kindern bzw. der nachwachsenden Generation sprechen.

Die Münchner Schule für Bairische Musik (Wastl-Fanderl-Schule) unter der Leitung von Moritz Demer feiert im Jahr 2011 ihr 40-jähriges Bestehen. Das war der Anlass zum „Tag der Volkskulturen", zu dem der Münchner Kreis für Volksmusik, Lied und Tanz e.V. mit der Wastl Fanderl Schule in den Münchner Westpark eingeladen hatte. 60 Gruppen mit mehr als 400 Sängern und Musikanten aus Bayern, Österreich, Südtirol und Tschechien waren der Einladung gefolgt und konnten den Tag bei herrlichem Sommerwetter feiern. Zwischen 11.00 Uhr und 17.00 Uhr verwandelte sich der Park in eine riesige Bühne, auf der allen Gästen, die sehr zahlreich gekommen waren, heimisches Brauchtum, typische Handwerkskunst und vielfältige kulinarische Schmankerl aus dem alpenländischen Raum präsentiert wurden. Auf fünf Musik-und Tanzbühnen zwischen Rosengarten und Bayerwaldhaus wurde gesungen, gespielt und getanzt, dass es eine Freude war. Neben all den Schmankerln zum Sehen, Hören und Schmecken, gab es auch sprachliche Schmankerl. Der Landschaftsverband München war als FBSD Vertreter eingeladen worden und bot mit seinem Bairisch-Test „Woaßt as?" die ideale Ergänzung zu den zahlreichen Angeboten.

Dass die bairische Sprache keine Grenzen kennt und in seinen unterschiedlichen Dialekten in allen drei Alpenländern zuhause ist, war schnell erkennbar, viele Mitwirkende und Besucher machten begeistert mit. Vor allem viele junge Leute interessierten sich wieder für unser wichtiges Kulturgut, eine Tatsache, die nun schon seit längerer Zeit mit Freude festgestellt werden kann. Auch der Kulturreferent der LH München Dr. Hans-Georg-Küppers mit der Leiterin der Abteilung Volkskultur Eva Becher, haben den Stand besucht. Der FBSD präsentierte sich wieder mit seinem schmucken blauen Pavillon. Dieses Mal konnten die Besucher den Stand schon von Weitem an einem neuen Fahnenmast erkennen, der über den Stand hinausragte. Auf der Standarte stand zur Erkennung und Identifizierung „I red Boarisch - und Du?". Dieses klare Bekenntnis zur Heimatsprache konnten die Teilnehmer, wenn alle Fragen richtig beantwortet wurden, auch als Zuckerl in der Form eines kleinen Wapperls gewinnen, oder auch gegen eine kleine Spende erwerben. Der FBSD LV München pflegt mit den Veranstaltern seit langer Zeit eine enge Zusammenarbeit. Diese gegenseitige Partnerschaft hat sich auch an diesem Tag wieder bestens bewährt. Von den fleißigen Betreuern des FBSD war wieder einmal voller Einsatz gefordert um den großen Andrang zu bewältigen. So war es nicht verwunderlich dass man auch einmal den Ausruf vernahm „Ja sog amoi, do gehts ja zua wia bei da Historischn Wiesn". Auch da war im letzten Jahr der Andrang überwältigend. Es war also wieder einmal die richtige Entscheidung auch dabei zu sein!

G.H.