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Montag, 01 Oktober 2018 19:27

Die Dialekt-Botschafter

Ein Artikel über einen Auftritt der "Prima Tonnen" an der Realschule Oberding im kreis Erding. Erschienen im Münchner Merkur.

Der Integrationsbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung Martin Neumeyer stellt die beiden neu erschienen Sprachtafeln "I lern schwäbisch" und "Wie soochd mers auf Fränkisch" vor.

München.
Der Integrationsbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung hat nach dem riesigen Erfolg der ersten beiden Sprachtafeln "Lerne Deutsch!" und "Lerne Deutsch 2.0", von denen bisher über 80.000 Stück verteilt wurden, in Zusammenarbeit mit dem "Förderverein Bairische Sprache und Dialekte e. V." neben der bairischen Sprachtafel nun auch eine fränkische und eine schwäbische Sprachtafel herausgegeben.
"Mit den Dialekt-Sprachtafeln leiste ich meinen Beitrag, den Auftrag des Bayerischen Integrationsgesetzes zur Unterstützung und Pflege der Verwendung lokaler Dialekte umzusetzen", so Martin Neumeyer über das Projekt. "Von der Bairischen Ausgabe haben wir im ersten Monat bereits knapp 9.000 Stück u.a. an Schulen, Vereine, Helferkreise, Volkshochschulen, Feuerwehren etc. verschickt. Die Sprache und auch die Mundarten mit Ihren verschiedenen Ausprägungen sind der beste 'Brückenbildner' zwischen Menschen. Mit den Dialekt-Sprachtafeln erweitert sich die Zielgruppe über Menschen mit Migrationshintergrund hinaus auf alle Menschen, die Freude an bayerischen Mundarten haben."

Landtagspräsidentin Barbara Stamm, die als Unterfränkin am Dienstag selbst eine der ersten Sprachtafeln auf Fränkisch in Empfang nehmen konnte, erklärt: "Die Dialekt-Sprachtafeln helfen mehrfach. Zum einen leisten sie einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Mundart in unseren Regionen. Denn vor allem bei jungen Menschen gerät der Dialekt mehr und mehr in Vergessenheit. Zudem ermöglicht die Beschäftigung mit der Mundart einen guten Zugang zur Kultur bei uns in Bayern. Das nützt allen Menschen, die neu bei uns angekommen sind. Die Dialekte bei uns in Bayern sind Teil unserer Kultur. Als Unterfränkin freut es mich besonders, dass jetzt auch eine fränkische Sprachtafel erschienen ist. Fränkisch, Bairisch und Schwäbisch – das spiegelt die Vielfalt der Dialekte unserer Heimat bestens wider. Über die Sprache kommen die Menschen zusammen."

Zu bestellen sind die Sprachtafeln "I lern Boarisch", "Wie soochd mers auf Fränkisch" und "I lern Schwäbisch" im Format A2 über die Geschäftsstelle des Integationsbeauftragten.

E-Mail an:

 

Übergabe der Sprachtafel "Fränkisch"

 

Übergabe der Sprachtafel "Schwäbisch" (Foto: Bernhard Weizenegger)

Der Integrationsbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung Martin Neumeyer und der Förderverein Bairische Sprache und Dialekte e. V. übergeben zu Füßen des König Ludwig I. – Denkmal in Kelheim die neue Sprachtafel „I LERN BOARISCH“ an den Musiker „Donikkl“.

 

München. Auch in Bayern wird Deutsch gesprochen. Manchmal verwenden die Bayern allerdings eigene bayerische Wörter, die oft ungewohnt klingen. Aus diesem Grund hat der Integrationsbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung nach dem Erfolg der ersten beiden Sprachtafeln „Lerne Deutsch“  in Zusammenarbeit mit dem Förderverein Bairische Sprache und Dialekte e. V. die neue Sprachtafel für die Bairische Mundart herausgebracht. Dabei orientierte man sich zunächst schwerpunktmäßig an den Grenzen Altbayerns (Ober- und Niederbayern, Oberpfalz). Eine fränkische und eine schwäbisch-alemannische Sprachtafel werden folgen.

„Mit der neuen Sprachtafel leiste ich meinen Beitrag, den Auftrag des Bayerischen Integrationsgesetzes zur Unterstützung und Pflege der Verwendung lokaler Dialekte umzusetzen“, so Martin Neumeyer über sein neuestes Projekt. Als Pate fungiert der bekannte Produzent, Musiker, Komponist, Texter, Pädagoge und Papa von zwei Kindern Andreas Donauer alias „Donikkl“. Der durch seinen Hit „Fliegerlied – So a schöner Tag“ bekannte „Botschafter Niederbayerns“ zeigte sich hocherfreut über diese Förderung der Bayerischen Kultur: „Da geht sofort was zamm, wenn Kinder oder Erwachsene sich diese Sprachtafel gemeinsam anschaun und mit ihren eigenen Kenntnissen und Erfahrungen abgleichen,“ so Donikkl.

Dem pflichtet auch der Ideengeber Siegfried Bradl vom Förderverein Bairische Sprache und Dialekte e. V. bei: „Die Sprache beziehungsweise die Mundarten mit Ihren verschiedenen Ausprägungen sind der beste „Brückenbildner“ zwischen Menschen. Als Kernelement von Heimat und Brauchtum und gleichzeitig als Teil eines frischen und populären bayerischen Lebensgefühls wird mittels der Sprachtafel(n)  Mundart in ihrer besonderen Bedeutung für Zusammenhalt und Gemeinschaft in einer sich wandelnden Gesellschaft erlebbar.“

Mit der neuen Sprachtafel „I lern Boarisch“ erweitert sich die Zielgruppe über Menschen mit Migrationshintergrund hinaus auf alle Menschen, die Freude an der bairischen Mundart haben. Die Sprachtafel kann damit in verschiedensten Institutionen und Gruppierungen vom Kindergarten über Schulen bis hin zum Pflegeheim Verwendung finden.

Die „Bairische Sprachtafel“ im Format A2 kann über die Geschäftsstelle des Integationsbeauftragten per E-Mail bestellt werden und wird kostenfrei zugesandt.

Martin Neumeyer
Integrationsbeauftragter der Bayerischen Staatsregierung
Landrat des Landkreises Kelheim

 

Integrationsbeauftragter der Bayerischen Staatsregierung
Postfach 220011
80535 München

Prinzregentenstraße 24
80538 München

Facebook: www.facebook.com/integrationsbeauftragter

BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann und die beiden FBSD-Vorsitzenden Horst  Münzinger und Siegfried Bradl werben für mehr Dialekt an Schulen – Neue Handreichung für Lehrkräfte „Dialekte in Bayern“ stärker nutzen und Abwertungen der Mundartsprecher entgegentreten!

München – Was haben die Schweiz, Norwegen und Liechtenstein gemeinsam? Sie stehen an der Spitze der europäischen Wohlstandstabelle und sie pflegen neben der Hochsprache einen lebendigen Dialekt in Kindergärten, Schule und Beruf. Mundart als Barriere auf dem Weg zum beruflichen Erfolg? Für die Präsidentin des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV), Simone Fleischmann, und die beiden Vorsitzenden des Fördervereins Bairische Sprache und Dialekte e.V. (FBSD), Horst Münzinger und Siegfried Bradl, ist dies ein Vorurteil, das längst widerlegt ist. Die drei verweisen auf die genannten Länder und auf die moderne Hirnforschung, die das kognitive Potenzial von Dialektsprechern bestätigt. Kinder aus Familien, in denen Dialekt gesprochen werde, verfügten über einen zusätzlichen Sprachreichtum, von dem sie in Schule und Beruf profitierten. Zudem werde eine gute Basis für das Erlernen von Fremdsprachen geschaffen. „Auch die Entwicklung sozialer Kompetenz wird durch diese Zweisprachigkeit positiv beeinflusst“, erklärte Fleischmann, die diesen Zusammenhang in ihrer Zeit als Schulleiterin oft beobachten konnte. Leider gebe es aber immer wieder Kritiker, die dem Dialektgebrauch skeptisch gegenüber stehen würden. In einer gemeinsamen Presseerklärung machen sich BLLV und FBSD deshalb für mehr Dialekt im Unterricht, aber auch in den Elternhäusern stark.

„Wir erinnern zudem gern an die vor einem Jahr an Schulen verteilte Lehrerhandreichung ‚Dialekte in Bayern für den Unterricht‘“, erklärten Münzinger und Bradl. Die Handreichung sei vom Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung im Auftrag des Kultusministeriums herausgegeben worden. „Sie enthält praktische Unterrichtshilfen mit Textbeispielen und DVDs.“ Beide sind überzeugt, dass Schülerinnen und Schüler von dem Nebeneinander von Standarddeutsch und Regionalsprache „enorm profitieren können.“ So zeigten Schulleistungsvergleiche einen Vorsprung der Dialektsprecher gegenüber Nicht-Dialektsprechern.

Abwertung des Dialektes ist Diskriminierung

Es dürfe auch nicht sein, das Kinder, Schüler und Erwachsene, die Mundart reden, offen oder verdeckt geschmäht oder benachteiligt würden. „Junge Menschen spüren solche Abwertungen sehr schnell und zweifeln am Wert ihrer Mundartkompetenz“, so Münzinger. Zudem sei dies ein Verstoß gegen das Grundgesetz, wonach niemand wegen seiner Sprache, Heimat und Herkunft benachteiligt werden dürfe. Erhebliche Bedeutung komme deshalb beim Erwerb und Gebrauch der Muttersprache bzw. einer Mundart den Eltern und Großeltern zu, betonte Bradl. „Sie sollten ihre Kinder und Enkel mit dem nötigen Selbstvertrauen ausstatten und begleiten.“ Bei den Lehrerinnen und Lehrern sieht Fleischmann eine positive Entwicklung und eine grundsätzlich offene Haltung zum Dialektgebrauch. „Das wollen wir unterstützen und verweisen deshalb auch auf den neuen Lehrplan-Plus, der Dialektthemen wieder mehr Raum einräumt“, erklärte die BLLV-Präsidentin.

Die Lehrerhandreichung kann über das Broschüren-Bestellportal der Bayerischen Staatsregierung angefordert werden: www.bestellen.bayern.de. Die 1:1-Online-Ausgabe ist zu finden unter www.isb.bayern.de. Der FBSD bietet zudem das für Schulen bestens geeignete Mundart-Ratespiel „Woaßt as?“ mit über 100 Fragen zur bairischen Dialektvielfalt. Zu bestellen bei: Siegfried Bradl, Tel. 08254 - 8665, E-Mail: