FBSD Pressemitteilungen
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Pressemitteilung, München, 06. November 2017

Wissenschaftler aus Europa stellen Förderung regionaler Sprachen vor

Für sein erstes dreitägiges Dialektforum im Herbst 2016 mit Beiträgen von Sprachwissenschaftlern, Experten und Praktikern zur Mundartpflege in Bayern erhielt der Förderverein Bairische Sprache und Dialekte e.V. (FBSD) als Initiator und Veranstalter viel Beifall aus dem Kreis der Sprachförderer und der Politik. An den Premierenerfolg soll nun das zweite Dialektforum vom 17. bis 19. November 2017 mit dem Schwerpunktthema Minderheitensprachen anschließen. Veranstaltungsort ist wie schon 2016 das Trachteninformationszentrum im niederbayerischen Holzhausen bei Landshut. Das Tagungsprogramm beginnt am Freitagabend um 18 Uhr und endet am Sonntag um 12 Uhr.

Die bairische Sprache steht seit 2009 auf der UNESCO-Liste der gefährdeten und vom Aussterben bedrohten Sprachen. Die häufig vom Bayerischen Kultusministerium erdachten Maßnahmen zur Mundartförderung wie etwa die Dialekt-Handreichung für Lehrkräfte erwiesen sich bisher als wirkungslos. Notwendig und weit erfolgversprechender wären nach Meinung der FBSD-Vorstände Horst Münzinger und Siegfried Bradl Schulungen von Erzieherinnen, Erziehern und Lehrkräften sowie die Überarbeitung der Schulbücher, die nach wissenschaftlichen Untersuchungen der Universität Augsburg Mundarten gegenüber der deutschen Standardsprache abwerten. Auch die Aufnahme der Regionalsprachen Fränkisch, Schwäbisch und Bairisch in die Europäische Charta der Regional- und Minderheitensprachen wäre richtungsweisend und würde den Rahmen für nachhaltige Maßnahmen wesentlich erweitern. Allerdings hat das Kultusministerium Anstrengungen zur Aufnahme in die Charta bisher unterlassen.

Beim 2. FBSD-Dialektforum kommen deshalb 20 namhafte Wissenschaftler, Experten sowie Praktiker aus Bayern und aus europäischen Regionen zu Wort, die sich mit dem Thema "Minderheitensprachen - Möglichkeiten der Förderung und des Ausbaus" beschäftigen. So erwartet die Besucher des 2. FBSD-Dialektforums ein buntes Programm mit Referaten etwa über den Erhalt der Walsersprachen und des Zimbrischen in Norditalien bis hin zum Schwäbischen in der Moderne. Berichtet werden wird auch über die Vorteile der individuellen Mehrsprachigkeit als Ressource im Bildungskonzept, über die mehrsprachige Identität am Beispiel einer bairisch-sprachigen Siedlung in den Dolomiten sowie über Dialekt und Schule bis hin zu Bairisch als Zweitsprache an beruflichen Schulen.

Für Freitag steht ein heiterer, musikalisch umrahmter Abend mit dem Buchautor Johann Rottmeir („A Hund bist fei scho“, „ Jetz gherst da Katz“ und „Bazi, Blunzn, Breznsoizer“) auf dem Programm, der Sinnsprüche und Dialektbegriffe erklären wird. Am Samstagabend gibt es eine literarisch-musikalische Darbietung von Universitätsprofessor Dr. Klaus Wolf und dem Haberer-Zwoagsang aus Altomünster unter dem Motto „Der bayerische Hiasl – Legendäre Räubergestalt und Meisterschütze“. Diese Abendveranstaltung kann auch von der umliegenden Bevölkerung gerne besucht werden.

Die Gesamtleitung der dreitägigen Veranstaltung hat Projektleiter und 2. Vorstand im FBSD, Siegfried Bradl aus Altomünster. Weiterführende Informationen zum 2. FBSD-Dialektforum findet man auf der Vereins-Homepage www.fbsd.de

Anmeldungen und Reservierungen, auch tageweise, sind noch möglich unter: Tel. 08254 - 8665 oder 2. .

 

Hier geht's zum entsprechenden Eintrag in unserem Terminkalender. (Mit Programm als PDF-Datei)

 

Das Ereignis: Sonntag, 12. November, 19:00 Uhr, Furthmühle

Boarisch fürs Hirn, Herz und Ohr

Beim „5. Altbairischen Mundarttag“ des FBSD steht unter dem Titel „Boarisch fürs Hirn, Herz und Ohr“ die Bairische Sprachgeschichte lehrreich und unterhaltend im Mittelpunkt.

Förderverein Bairische Sprache und Dialekte e.V. stellt das Pilot-Projekt „Speisekarten-ABC für Wirtsleut' und Küchenchefs“ bayrischer Wirtshäuser vor

Dem Bayern schlägt es auf den Magen, wenn er in einem bayrischen Wirtshaus die Speisekarte liest und auf die Sprache achtet. Da werden Kohlrouladen, Frikadellen und Klöße angeboten anstatt Krautwickerl, Fleischpfanzerl und Knödel. Zwar verheißen in Lederhosen und Dirndl gewandete Kellner und Kellnerinnen sowie weiß-blaue Tischdecken original bayrische Wirtshaustradition, doch zweifelt der Gast ganz arg an der Echtheit, wenn die Speisekarte mit mittel- und norddeutschen Bezeichnungen durchsetzt ist. Mag auch der Preis für die Speisen stimmen, so ärgern sich nicht wenige Bayern - und auch mancher Fremde - über heimatsprachliche Mängel und unnötig importierte Bezeichnungen für vielerlei typisch bayrische Gerichte und Beilagen.

Der Förderverein Bairische Sprache und Dialekte e.V. hat sich deshalb entschlossen, eine Kampagne zu starten, die die Wirtsleute dazu bewegen soll, der sprachlichen Gestaltung ihrer Speisekarte mehr Aufmerksamkeit zu widmen. Keineswegs soll nach den Vorstellungen des Vereins die Speisekarte vollständig und auf Biegen und Brechen in Mundart übersetzt werden. Aber traditionellen bayrischen Begriffen für Speisen und Zubereitungsart soll der Vorzug gelten vor regionalfremden Begriffen und Schreibweisen.

Getragen wird die FBSD-Kampagne von dem humorvoll illustrierten Sprachführer für Wirtsleut', für dessen Finanzierung die Eva Mayr-Stihl Stiftung in Waiblingen gewonnen werden konnte. Der von wirts- und mundartkundigen Kennern erstellte und geprüfte Prospekt bietet Wirten, Küchenchefs und dem Servicepersonal Gebrauchshinweise und 35 Gegenüberstellungen heimatsprachlicher und norddeutscher Begriffe für Speisen und Zubereitungsarten. Das überschaubare Faltblatt kann gerade auch für Personal, das nicht aus dem bayrischen Sprachraum stammt, problemlos als Kleinplakat in Küche und Büro als kleine Hilfestellung angebracht werden.

Den Prospekt erhalten zunächst die rund 3.300 Mitglieder des Fördervereins Bairische Sprache und Dialekte e.V., um in ihrem Umfeld Wirte auf das Speisen-ABC hinweisen zu können und für Mundartfreundlichkeit zu werben. Zudem hat bereits der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) die FBSD-Initiative sehr begrüßt und Unterstützung bei der Verbreitung des Speiskarten-ABC zugesagt.

Vorstellbar ist aus Sicht des FBSD, dass die bairische Ausgabe Nachahmer findet, und Empfehlungen für den fränkischen und den schwäbischen Sprachraum erstellt werden. Bereits im Frühjahr war der FBSD gemeinsam mit dem Büro des Bayerischen Integrationsbeauftragten maßgeblich an der Herausgabe von Sprachtafeln in Bairisch, in Fränkisch und in Schwäbisch beteiligt. Die seinerzeit unerwartet große Nachfrage stimmt die FBSD-Vorsitzenden Horst Münzinger und Siegfried Bradl und den FBSD-Projektleiter Dr. Franz Sonnenberger zuversichtlich, dass auch das Speisekarten-ABC viel Zustimmung erhalten wird. „So tragen wir dazu bei, dass in mundartfreundlichen Wirtshäusern wieder mehr heimatsprachliche Begriffe zu lesen und zu hören sind“.


Weitere Informationen zur bairischen Sprache, zu den Aktivitäten des Vereins sowie Termine weiterer Veranstaltungen gibt´s unter www.fbsd.de .

 

Den besagten Prospekt gibt's ganz unten unter "Anhänge herunterladen": bairisch_ala_carte.pdf

Den einzigen zugelassenen Infostand betreibt der Förderverein Bairische Sprache und Dialekte e.V. (FBSD) im traditionellen Museumszelt

Bei sagenhaften 15.000 Fragebögen liegt der bisherige Rekord bei den verteilten Bairischtests „Woaßt as?“ auf der Oidn Wiesn. „Die Wiesn 2017 ist länger und Bairisch hat Rückenwind.. Wir haben also gute Chancen, einen neuen Rekord aufzustellen“, meint Benedikt Kronenbitter, der Vorsitzende des Landschaftsverbands München Stadt und Land im Förderverein Bairische Sprache und Dialekte e.V. Mit seinen zahlreichen Helfern betreibt Kronenbitter im Museumszelt den FBSD-Info-Stand. Übrigens der einzige Info-Stand, der auf der Oidn Wiesn zugelassen ist. „Das hat damit zu tun, dass wir seit dem Bestehen der Oidn Wiesn mit dabei sind und unser Mundart-Ratespiel bei Einheimischen und Zuagroasten, bei Jung und Alt, bei Wirten und Schaustellern sehr beliebt ist.“ Hinzu kommt, dass die Zusammenarbeit mit Yvonne Heckl von der Historischen Gesellschaft Bayerischer Schausteller e.V. ganz wunderbar funktioniert hat“, schwärmt der Bairsich-Kenner.

Bairischtipps für Groß und Klein

Wer seine Bairisch-Kenntnisse testen und mehr über die bairische Sprache erfahren will, kann sich vom 16. September bis zum 3. Oktober täglich von 11 Uhr bis 19 Uhr im Museumszelt am Stand des Fördervereins Bairische Sprache und Dialekte e.V. (FBSD) einem unterhaltsamen und gleichwohl lehrreichen Bairisch-Sprachtest unterziehen. Wer alle Fragen richtig beantwortet, bekommt als Zertifikat das weiß-blaue Wapperl „I red Boarisch - und Du?“.

Auch Rundbriefe des Vereins und Sprachspiele werden angeboten. Praktische Hinweise und Buchempfehlungen zur Weitergabe und Pflege der bairischen Sprache in Familien, Kindergärten und Schulen gibt es bei den ehrenamtlichen Sprachfreunden kostenlos.

Weitere Informationen zur bairischen Sprache, zu den Aktivitäten des Vereins sowie Termine weiterer Veranstaltungen gibt´s unter www.fbsd.de .

 

 

Bei Fragen

Benedikt Kronenbitter,
Vorsitzender des FBSD-Landschaftsverbands München Stadt und Land
Telefon: 0179 5954983 E-Mail:

Siegfried Bradl
2. Vorsitzender des FBSD-Gesamtvereins
Telefon: 08254 – 8665 / E-Mail: