LV Rupertiwinkel
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LV Rupertiwinkel (6)

Die Vorstandschaft des lokalen Landschaftsverbandes Rupertiwinkel im Förderverein für Bayerische Sprache und Dialekte traf sich vor kurzem im Abtsdorfer Buchladen. Dort sind viele Textdokumente über Bayern, den Rupertiwinkel und die bairische Sprache zu finden.

Das Jahr 2016 bringt wieder viele interessante Herausforderungen für den Förderverein. Um diese Themen zu strukturieren, wurde eine Vorstandssitzung einberufen. Im "Buchladen", der privaten Bibliothek des Mitglieds Fritz Auer in Abtsdorf, wurden, nachdem zuerst ausgiebig die Bücherschätze und sonstigen Zeugnisse aus der Heimatgeschichte begutachtet waren, Pläne für die Aktionen im kommenden Jahr geschmiedet. Es gibt viele Anfragen und Möglichkeiten, die bairische Sprache und den Dialekt der Öffentlichkeit zu präsentieren. Der Förderverein freut sich über die sehr große Zusprache aus der Bevölkerung, auch die finanzielle Unterstützung seitens der Eva-Mayer-Stihl-Stiftung aus Neukirchen hilft erheblich. Leider fehlt es dem Förderverein an aktiven Helfern bei der Standbetreuung und sonstigen Aktivitäten. Daher müssen die Schwerpunkte in diesem Jahr konzentriert werden auf eher wenige, aber sehr wichtige Ereignisse. Ganz sicher wird die Bairische Sprache beim großen Fest in Laufen am 26. Juni vertreten sein – "drent und herent". Hier ist geplant, einen lokalen Dialektvergleich darzustellen zwischen dem heute und früher gesprochenen Dialekt im Flachgau und im Rupertiwinkel. Die Vorbereitungen dazu laufen. Sicher wird der Infostand wieder beim Brauereifest in Schönram vertreten sein. Auch sind einige Vorträge zu unserem bairischen Dialekt in der Region geplant zusammen mit den lokalen Volkshochschulen. Und der Tag der Muttersprache am 21. Februar wird in den Grundschulen in Saaldorf und Surheim entsprechend gewürdigt.

Interessierte Helfer können sich unter
www.fbsd.de/Landschaftsverbände/Rupertiwinkel bei der Vorstandschaft melden. Und der "Abtsdorfer Buchladen", ein Kleinod für Bücherwürmer, Heimatforscher und Lokalhistoriker, hat immer am Freitag nachmittags geöffnet.

 

 

Im Bild von rechts:
Maria Hafner und Vorstand Heinz Schober
im Gespräch mit Fritz Auer über die vielen
interessanten Bücher in seinem Archiv

Freitag, 22 November 2013 14:04

Schöner Preis für Kletterer

Schöner Preis für Kletterer

Johannishögl. (al) Dass sie nicht nur den "El Capitan" im Yosemite Nationalpark in Kalifornien in schier unglaublicher Rekordzeit hinaufkraxeln, sondern auch die bayerische Muttersprache noch perfekt beherrschen, zeigten die "Huababuam", Thomas und Alexander Huber, als ihnen neulich vom Förderverein Bairische Sprache und Dialekte e.V. der Dialektpreis 2013 verliehen wurde. Der Verein überreichte den Preis im Rahmen seiner Jahreshauptversammlung im Gasthaus Johannishögl. Zudem hatte der Verein in Dr. Hans Göttler, Akademischer Direktor an der Universität Passau und Mitglied der "Münchner Turmschreiber" einen ausgezeichneten Geschichten-Erzähler parat, der die Besucher der Jahreshauptversammlung mit netten und humorvollen Anekdoten unterhielt. Dr. Göttler hat auch die Wilhelm Busch Geschichte von "Max und Moritz" ins Bairische übersetzt.

Während der Jahreshauptversammlung wurde die Vorstandschaft des Vereins für den Rupertiwinkel gewählt. Alle bisherigen Vorstandsmitglieder sind dabei in ihren Ämtern bestätigt worden. Durch die neugeschaffenen Posten des 2. Schriftführers und eines Beisitzer, der insbesondere für die Jugendarbeit des Vereins zuständig sein soll, wurde die Vorstandschaft aber erweitert. Neben dem Dialektpreis für die "Huababuam" gab es Ehrungen für verdiente Mitglieder. Vorstand Heinz Schober begrüßte in der absolut vollbesetzten Gaststube neben den Mitgliedern, Dr. Göttler und den Huber Buam noch das "Kellerblech", das aus mehreren Musikkapellen der Gegend rekrutierte, ausgezeichnete junge Blas-Ensemble, das die Gäste während der Versammlung auch musikalisch bestens unterhielt.

In einer kurzen Rückschau wies Vorstand Schober auf die Aktivitäten des Vereins während des vergangenen Jahres hin. Bei vielerlei Veranstaltungen habe der Verein einen Stand gehabt, sagte Schober. Als besonders beliebt hätten sich die an diesen Ständen durchgeführten Tests der baierischen Sprache erwiesen. Populär waren auch die Stammtische beim Huber Franz im Bauernhofmuseum in Hof bei Kirchanschöring. Daneben habe vor Allem Michael Ofensberger Vorträge, wie im Altenheim "St. Korbinian" in Freilassing und anderweitig gehalten. Schober zeigte sich sehr erfreut über die Fortschritte die der Verein während der vergangenen Jahre gemacht hat. Dialekt sei inzwischen etwas, das nicht mehr als irgendwie "Minderwertig" betrachtet würde und die Menschen seien sogar stolz darauf ihre Herkunft durch ihre Sprache kenntlich zu machen.

Kassier Peter Veiglhuber berichtete dann in sehr klarer Form über die Einnahmen und Ausgaben des Vereins. Kassenprüfer Markus Putzhammer bestätigte dem Kassier auch eine akkurate und übersichtliche Kassenführung und schlug die Entlastung der Vorstandschaft vor. Diese wurde von den Anwesenden prompt und einstimmig gewährt.

Die bei der Jahreshauptversammlung des Fördervereins für Bairische Sprache und Dialekte Geehrten; v.l.: 1. Vorstand Heinz Schober, der gerade zum Ehrenvorstand ernannte Michael Ofensberger und die zu Ehrenmitgliedern ernannten; Maria Hafner, Karl Robl und Sigi Ramstötter, sowie 2. Vorstand Franz Rehrl.Die bei der Jahreshauptversammlung des Fördervereins für Bairische Sprache und Dialekte Geehrten; v.l.: 1. Vorstand Heinz Schober, der gerade zum Ehrenvorstand ernannte Michael Ofensberger und die zu Ehrenmitgliedern ernannten; Maria Hafner, Karl Robl und Sigi Ramstötter, sowie 2. Vorstand Franz Rehrl.Bei den Ehrungen wurden Maria Hafner, Karl Robl und Sigi Ramstötter zu Ehrenmitgliedern des Vereins ernannt. Sie alle hätten mit ihrem Wirken maßgeblich zum Erfolg des Vereins beigetragen und sie seien Vorbilder im Gebrauch ihres baiersichen Dialekts, sagte Schober. Michael Ofensberger ist jetzt Ehrenvorstand des Vereins, denn wie kein anderer habe "Michi" sich um den Verein bemüht und er sei sogar ein Gründungsmitglied, betonte der Vorsitzende.

Bei den Wahlen fungierte Markus Putzhammer als Wahlleiter und nachdem es gegen seinen Vorschlag die Wahlen per Handzeichen durchzuführen, keinen Widerspruch gegeben hatte, gingen die Wahlen sehr schnell und reibungslos über die Bühne. Demnach ist Heinz Schober wieder 1. Vorstand und Franz Rehrl wurde ebenso als 2. Vorstand bestätigt. Kassier ist nach wie vor Peter Veiglhuber und 1. Schriftführerin Marianne Hauser. Ihr steht in Zukunft Winfried Langwieder als 2. Schriftführer zur Seite. Beisitzerin Maria Hafner bekommt in Florian Loithaler, der sich besonders um die Jugendarbeit kümmern soll, ebenfalls Beistand. Wahlleiter Putzhammer dankte den Anwesenden für die schnellen und einstimmigen Entschlüsse und gratulierte den Gewählten.

Die Berge im Hintergrund sind zwar bei weitem nicht so hoch, wie jene, auf die die "Huababuam" oft kraxeln, aber der Dialektpreis den sie in Händen halten freute Thomas und Alexander Huber auch vor dieser Kulisse; v. l.: 1. Vorstand Heinz Schober, Ehrenvorstand Michael Ofensberger, Alexander Huber, Thomas Huber, Schriftführerin Marianne Hauser und 2. Vorstand Franz Rehrl.Die Berge im Hintergrund sind zwar bei weitem nicht so hoch, wie jene, auf die die "Huababuam" oft kraxeln, aber der Dialektpreis den sie in Händen halten freute Thomas und Alexander Huber auch vor dieser Kulisse; v. l.: 1. Vorstand Heinz Schober, Ehrenvorstand Michael Ofensberger, Alexander Huber, Thomas Huber, Schriftführerin Marianne Hauser und 2. Vorstand Franz Rehrl.Für die Verleihung des Dialektpreises an die "Huababuam", Thomas und Alexander, hatte 2. Vorstand Franz Rehrl eine Laudatio parat. Viele "Prominente" versuchten sich bei Gesprächen aller Art in einer möglichst "neutralen" Sprache zu äußern, sagte Rehrl, um eine vermeintlich hohe geistige Ebene zu demonstrieren. Dabei verleugneten sie aber, zumindest was die Sprache betreffe, ihre Identität. Bis vor wenigen Jahren sei bei im Dialekt geführten Gesprächen im Fernsehen auch tatsächlich eingeblendet worden; "Originalton Süd", oder dergleichen. Damit seien die Dialektsprecher schon ein bisschen der Naivität, oder gar der Primitivität, bezichtigt worden, meinte Rehrl. Mittlerweile habe sich das aber gewaltig geändert. Medien und die Gesellschaft als Ganzes hätten den Wert des Dialektes erkannt und solche Dialekt-Gespräche würden sogar geschätzt. Zu dieser Änderung in der Wertschätzung hätten wahre Größen in Sport, Kultur und Politik beigetragen, die mit ihren Leistungen und Erfolgen die Menschen überzeugt und begeistert haben. Zwei dieser Persönlichkeiten seien auch die "Huababuam" aus Palling. Sie nennen sich nicht die "Gebrüder Huber aus Palling" und haben sich auch nicht einen englisch und damit international klingenden Titel, wie "Bavarian Speed Climbers", oder Ähnliches zugelegt, nein, sie stehen nach wie vor zu ihrer bayerischen Anrede als "Huababuam". Bei Gesprächen im Radio oder Fernsehen sprechen sie auch nach wie vor ein gepflegtes Bairisch und tragen damit ihre Identität als Botschafter Bayerns, sowohl in sportlicher, als auch kultureller Hinsicht in die Welt.

In der heutigen Welt, mit immer mehr international einebnenden Gepflogenheiten, sei der Mensch ohnehin nur noch durch seine Sprache einem Land, einer Region zuzuordnen, sagte Rehrl Damit werde der Dialekt zu einem wichtigen Merkmal, das unsere Identität schütze und festige und die Vielfalt und Eigenheiten der menschlichen Gesellschaft bewahre. Auch hier seien die Huababuam ein Beispiel, denn sie zeigen dass sie auch als international berühmte und gefeierte Persönlichkeiten ihren Dialekt nicht verleugnen müssen. Im Gegenteil, dies erhöhe womöglich die Anerkennung für ihre sportlichen, bergsteigerischen Leistungen und zeige ihre Echtheit, Glaubwürdigkeit und Zuverlässigkeit. Beide, Thomas und Alexander, seien staatlich geprüfte Berg- und Skiführer und zählen zu den erfolgreichsten Bergsteigern jeglicher Art Weltweit. Zudem seien sie international bekannt durch Filmdokumentationen, wie "Klettern am Limit", "Eiszeit" und vielen mehr. Kürzlich sei auch ein Buch der Beiden erschienen, mit dem Titel; "Mein bester Freund", in dem sie sich auf wissenschaftlicher Basis mit der Angst beim Klettern auseinandersetzen. Auch in Seminaren für Manager haben sich die "Huababuam" einen guten Ruf erworben. Heute aber seien sie, ohne jegliche "Starallüren", echt und unverfälscht, hier beim Förderverein für die bairische Sprache und es sei eine große Ehre ihnen mit viel Respekt und Anerkennung den Dialektpreis für das Jahr 2013 zu überreichen.

Thomas und Alexander Huber bedankten sich für den Preis und meinten, auch sie hätten in ihren Vorträgen und Seminaren erfahren, es sei von Vorteil unverfälscht aufzutreten und seine Herkunft nicht zu leugnen. Selbst Norddeutsche könnten einen gepflegten bairischen Dialekt ohne Schwierigkeiten verstehen und es werde sogar von ihnen gewünscht, so zu sprechen. Wie sehr sie den Preis schätzen, ließ Alexander Huber auf die Frage, was ihn in der vergangenen Woche am meisten gefreut habe, bei einem Stammtisch im Bayerischen Fernsehen wissen. Es sei der Dialektpreis gewesen, beteuerte er ohne Zögern.

Dr. Hans Göttler bestätigte in seinen Anekdoten, die er zu viel Beifall nach der Ehrung der Huababuam zum Besten gab ebenfalls, das Dialektreden sei jetzt sehr akzeptiert. Früher, meinte Dr. Göttler, sei das anders gewesen. Da seien Kinder in der Schule bestraft worden, wenn sie in ihrem angestammten Dialekt redeten. Dr. Göttler bestätigte in den Erzählungen, die er bei der Versammlung hören ließ durch seine Aussprache bestimmter Laute jedenfalls das Vorurteil, ein Niederbayer könne immer zum Bellen gebracht werden durch die Ankündigung es gebe Freibier. Unweigerlich würde er darauf nämlich mit "Wou" antworten.

 

Fotos: Alois Albrecht

 

Surheim. (al) Zuerst kommt natürlich die Sprache, in diesem Fall die „bairische", auf die der Verein großen Wert legt. Gleich dahinter kommt aber offensichtlich der Humor, ebenfalls der „bairische", wie die Beiträge mehrerer MundartdichterInnen bei der Jahreshauptversammlung des „Förderverein Bairische Sprache und Dialekte e.V." im Gasthaus Lederer in Surheim kürzlich zeigten. Dort hatten sich etwa 50 der Mitglieder eingefunden um die Berichte der Vorstandschaft über das abgelaufene Jahr zu hören und einen gemütlichen Nachmittag, gewürzt mit Ziach- und Gitarrenmusik und den Anekdoten der MundartdichterInnen zu verbringen.
Nach der Begrüßung durch Vorstand Heinz Schober wurde in einer Gedenkminute der im vergangenen Jahr verstorbenen Mitglieder des Vereins gedacht. Vorstand Schober sagte dann, die Vorstandschaft des Vereins habe sich viermal zu Sitzungen getroffen im abgelaufenen Vereinsjahr. Dabei seien die Aktivitäten des Vereins für die Verbreitung und Erhaltung des Dialekts beraten worden. Schriftführerin Marianne Hauser erläuterte diese dann näher. Als einen Höhepunkt der Aktivitäten bezeichnete Hauser den Stand des Vereins auf dem Münchener Oktoberfest. Daneben sei der Verein aber auch bei mehreren lokalen Veranstaltungen, wie Dorffesten und Markttagen mit einem Stand präsent gewesen. Hauser freute sich besonders über die rege Teilnahme von jungen Leuten an den Fragespielen über den bayerischen Dialekt. Bei jeder der Veranstaltungen hätten Besucher bis zu 700 der Fragebögen beantwortet. Marianne Hauser bedankte sich bei mehreren der Mitglieder für deren Mithilfe an den Ständen.
Michael Ofensberger erwähnte dann, dass er seit vielen Jahren Briefe an Firmen, Behörden, Verbände und die Medien schicke, wenn diese es gar zu arg trieben mit der Verschandelung der deutschen und bayerischen Sprache, durch die übermäßige Verwendung unnötiger Anglizismen und dergleichen. Marianne Hauser bedankte sich in diesem Zusammenhang bei den Lokalzeitungen, die sich immer als offen und hilfsbereit zu den Anliegen des Vereins und der Erhaltung der bayerischen Sprache erwiesen hätten. Ofensberger und Hauser machten deutlich, dass sie keineswegs Englisch, oder irgend eine andere Sprache angreifen, sondern lediglich darauf hinweisen wollten, es sei nur sinnvoll, die eigene Sprache zu gebrauchen und zu pflegen. Vorstand Schober rief in seinem Vorstandsbericht dazu auf, mit anderen Kultur- und Brauchtumsvereinen zusammenzuarbeiten bei der Pflege der Sprache, unter dem Motto: „Es gibt vui zum doa, lossts uns net aloa".
Vorstand Schober und Maria Hafner überreichten danach den „Dialektpreis 2012" an Franz Huber, Eigentümer und Betreiber des Bauernhofmuseums in Hof bei Kirchanschöring und Vorstand des Heimatvereins Kirchanschöring. Maria Hafner sagte in ihrer Laudatio Huber sei ein Vorbild für alle im Gebrauch der bayerischen Sprache und pflege sie in höchst unverfälschter und natürlicher Weise. Huber bedankte sich und sagte es sei ihm ein Anliegen bayerisch zu sprechen und dabei auch Ausdrücke zu verwenden, die im heutigen umgangssprachlichen Gebrauch des Bayerischen nicht mehr alltäglich sind. Genauso wichtig sei es seiner Meinung nach, altes Handwerk zu pflegen und das Wissen und Können dazu an die jungen Generationen weiter zu geben.
Der stellvertretende Landrat, Lutz Feiler, überbrachte Grüße von Landrat Georg Grabner und sagte, die Sprache gehöre zum höchsten Kulturgut des Menschen und er bedankte sich bei der Vorstandschaft und den Mitgliedern für deren Sorge darum. Natürlich würden alle Sprachen, auch die bayerische, einem fortwährenden Wandel unterzogen. Das sei ersichtlich aus den vielen Ausdrücken im Bayerisch, die eigentlich aus den Verbindungen der Bayern mit den Franzosen zu Napoleons Zeiten kommen. Neuerdings würden durch die Übermacht des Englischen neue Begriffe und Wörter aus dieser Sprache übernommen. Trotzdem sei es wichtig, die Sprache so gut es geht in ihrer Eigenständigkeit und Unverfälschtheit zu erhalten und zu pflegen. Schon allein um zu zeigen welche Schönheiten in der bayerischen Sprache enthalten sind und um diese auch nach außen zu tragen.
Beim Tagesordnungspunkt „Wünsche und Anträge", meinte Markus Putzhammer verschmitzt, den Anwärtern für den nächstjährigen Preisträger des Dialektpreises sollte bald genug ans Herz gelegt werden sich einen Bart wachsen zu lassen, nachdem alle bisherigen auch einen gehabt hätten.
Im abschließenden, gemütlichen Teil der Versammlung wechselten sich Musik und nette Anekdoten der MundartdichterInnen, Maria Gundl, Anneliese Dietl, Karl Robel, Nick Mayr und Schorsch Köbrich, sowie eine Lesung durch Maria Hafner aus dem Heimatbuch der Gemeinde Saaldorf-Surheim in bunter Reihe ab und beschlossen so eine besonders originelle, gemütliche und humorvolle Jahreshauptversammlung.

Mittwoch, 02 November 2011 01:00

Dialektpreis aus der Taufe gehoben

Mit dem neu geschaffenen Dialektpreis des  Landschaftsverbands Rupertiwinkel im Förderverein Bairische Sprache wurde Markus Putzhammer aus Petting geehrt. Auf der Jahreshauptversammlung wurden die vielen Aktivitäten des Vereins vorgestellt.

Ehrung von Hannes PutzhammerDer Landesverband Rupertiwinkel konnte vor kurzem gut 40 Mitglieder und Freunde der bairischen Sprache zur Jahreshauptversammlung im Gasthaus Lederer in Surheim begrüßen. Der 1. Vorstand Heinz Schober hieß besonders den 1. Bürgermeister der Gemeinde Saaldorf-Surheim, Ludwig Nutz, sowie den ehemaligen Landtagsabgeordneten Gustav Starzmann und den stellvertretenden Landrat Lutz Feiler willkommen. Lutz Feiler überbrachte die besten Wünsche von Landrat Georg Grabner.

In seinem Rückblick auf das letzte Vereinsjahr konnte Vorstand Schober feststellen, dass der Verein insgesamt viermal mit Infoständen bei diversen Veranstaltungen in der Region vertreten war. Michi Ofensberger sen. hat neun Vorträge im Rupertiwinkel und im angrenzenden Salzburger Land zum Dialekt gehalten. Auch mit diversen Zeitungsbeiträgen war der Verein öffentlich präsent. Erfreulich ist, dass sich vor allem auch die jüngeren Generationen zumindest auf dem Land verstärkt für die eigene Herkunft und damit auch für die eigene Ausdrucksweise interessieren, diese verwenden und darauf stolz sind. Insofern sieht der Verein schon die Saat aufgehen bzw. diese Bemühungen unterstützen. Dieses Jahr hat auch erstmals das Bayerische Kultusministerium einen Dialektwettbewerb ausgeschrieben. Und auch der Bayerische Rundfunkt sich wieder mehr um die Dialekte kümmert.

Nach dem Bericht über die erfolgte Kassenprüfung durch Markus Putzhammer wurde die Vorstandschaft einstimmig von der Versammlung entlastet. Nun war nächster Tagesordnungspunkt die Verleihung des neu geschaffenen Dialektpreises des Landschaftsverbands. 2. Vorstand Franz Rehrl ging in seiner Laudatio auf die „sprachlichen Spuren“ des Preisträgers intensiv ein. Markus Putzhammer hat nie einen Hehl aus seiner Herkunft und Sprache gemacht und dafür die heimatliche Ausdrucksweise immer in allen öffentlichen Ämtern mit Nachdruck, Witz und Humor verwendet. Dafür gebührt ihm der Dank des Vereins und aller an der Muttersprache interessierten Bürger. Zum Dank wurde ihm die erste Urkunde des Dialektpreises verliehen.

Beim letzten Tagesordnungspunkt Wünsche und Anträge wurde nochmals ein großer Dank an den ehemaligen Vorstand Michael Ofensberger sen. ausgesprochen, der mit seinem unermüdlichen Einsatz so viel Grundsatzarbeit geleistet hat, auf die es jetzt auszubauen gilt. Dafür hat er kürzlich die Verdienstmedaille des Regierungsbezirks erhalten.

Nach Abschluss des offiziellen Teils übernahm Michi Ofensberger die Moderation. Der Graf Fredl, Mitglied der Dichtervereinigung „Münchner Turmschreiber“ gab etliche seiner Gedichte zum Besten – und bekam dafür viel Beifall. Auch weitere Mitglieder wie Anneliese Dietl und Helmut Rothbucher trugen eigene Verserl vor. Gustav Starzmann stellt sich mit seinem Bestreben vor, bayerische Literaten wieder in das Bewusstsein zu rücken. Lutz Feiler verwies darauf, dass bairisch ja eher eine Sprache als ein Dialekt ist – dank der eigenen Grammatik. Für die musikalische Umrahmung der Veranstaltung sorgte Florian Hauser mit seiner Ziach.

Es bleibt anzumerken, dass der Verein sich sehr freut über die große öffentliche Resonanz und sich in seinen Anliegen bestärkt fühlt. Dennoch wäre es sehr hilfreich,  viele jüngere Mitglieder zu bekommen und diese auch aktiv einsetzen zu können – zum Beispiel bei der Besetzung der Info-Stände. Jedenfalls werden auch nächsten Sommer wieder bei manchen Dorf- oder Stadtfesten die Fragebögen des Sprachvereins Kreise ziehen – Kreise, die darauf abzielen, sich mit dem heimatlichen Sprachgut immer wieder aktiv zu beschäftigen und dieses auch ohne falsche Scham zu gebrauchen.