Freitag, 10 November 2017 16:26

Nach Premierenerfolg startet der FBSD das 2. Dialektforum

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Pressemitteilung, München, 06. November 2017

Wissenschaftler aus Europa stellen Förderung regionaler Sprachen vor

Für sein erstes dreitägiges Dialektforum im Herbst 2016 mit Beiträgen von Sprachwissenschaftlern, Experten und Praktikern zur Mundartpflege in Bayern erhielt der Förderverein Bairische Sprache und Dialekte e.V. (FBSD) als Initiator und Veranstalter viel Beifall aus dem Kreis der Sprachförderer und der Politik. An den Premierenerfolg soll nun das zweite Dialektforum vom 17. bis 19. November 2017 mit dem Schwerpunktthema Minderheitensprachen anschließen. Veranstaltungsort ist wie schon 2016 das Trachteninformationszentrum im niederbayerischen Holzhausen bei Landshut. Das Tagungsprogramm beginnt am Freitagabend um 18 Uhr und endet am Sonntag um 12 Uhr.

Die bairische Sprache steht seit 2009 auf der UNESCO-Liste der gefährdeten und vom Aussterben bedrohten Sprachen. Die häufig vom Bayerischen Kultusministerium erdachten Maßnahmen zur Mundartförderung wie etwa die Dialekt-Handreichung für Lehrkräfte erwiesen sich bisher als wirkungslos. Notwendig und weit erfolgversprechender wären nach Meinung der FBSD-Vorstände Horst Münzinger und Siegfried Bradl Schulungen von Erzieherinnen, Erziehern und Lehrkräften sowie die Überarbeitung der Schulbücher, die nach wissenschaftlichen Untersuchungen der Universität Augsburg Mundarten gegenüber der deutschen Standardsprache abwerten. Auch die Aufnahme der Regionalsprachen Fränkisch, Schwäbisch und Bairisch in die Europäische Charta der Regional- und Minderheitensprachen wäre richtungsweisend und würde den Rahmen für nachhaltige Maßnahmen wesentlich erweitern. Allerdings hat das Kultusministerium Anstrengungen zur Aufnahme in die Charta bisher unterlassen.

Beim 2. FBSD-Dialektforum kommen deshalb 20 namhafte Wissenschaftler, Experten sowie Praktiker aus Bayern und aus europäischen Regionen zu Wort, die sich mit dem Thema "Minderheitensprachen - Möglichkeiten der Förderung und des Ausbaus" beschäftigen. So erwartet die Besucher des 2. FBSD-Dialektforums ein buntes Programm mit Referaten etwa über den Erhalt der Walsersprachen und des Zimbrischen in Norditalien bis hin zum Schwäbischen in der Moderne. Berichtet werden wird auch über die Vorteile der individuellen Mehrsprachigkeit als Ressource im Bildungskonzept, über die mehrsprachige Identität am Beispiel einer bairisch-sprachigen Siedlung in den Dolomiten sowie über Dialekt und Schule bis hin zu Bairisch als Zweitsprache an beruflichen Schulen.

Für Freitag steht ein heiterer, musikalisch umrahmter Abend mit dem Buchautor Johann Rottmeir („A Hund bist fei scho“, „ Jetz gherst da Katz“ und „Bazi, Blunzn, Breznsoizer“) auf dem Programm, der Sinnsprüche und Dialektbegriffe erklären wird. Am Samstagabend gibt es eine literarisch-musikalische Darbietung von Universitätsprofessor Dr. Klaus Wolf und dem Haberer-Zwoagsang aus Altomünster unter dem Motto „Der bayerische Hiasl – Legendäre Räubergestalt und Meisterschütze“. Diese Abendveranstaltung kann auch von der umliegenden Bevölkerung gerne besucht werden.

Die Gesamtleitung der dreitägigen Veranstaltung hat Projektleiter und 2. Vorstand im FBSD, Siegfried Bradl aus Altomünster. Weiterführende Informationen zum 2. FBSD-Dialektforum findet man auf der Vereins-Homepage www.fbsd.de

Anmeldungen und Reservierungen, auch tageweise, sind noch möglich unter: Tel. 08254 - 8665 oder 2. .

 

Hier geht's zum entsprechenden Eintrag in unserem Terminkalender. (Mit Programm als PDF-Datei)

 

Weitere Informationen

  • Erscheinungsdatum: Montag, 06 November 2017
  • Quelle: FBSD
  • Autor: Horst Münzinger
Gelesen 13 mal Letzte Änderung am Freitag, 10 November 2017 16:38