Mittwoch, 18 Februar 2015 19:32

Tag der Muttersprache am 21. Februar (2015)

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Jugend entdeckt die Bairische Sprache

Sie sagen Hallo, cool und Tschüss  und sind doch ganz eifrig auf der Suche nach Informationen zur Bairischen Sprache. Diese Beobachtung macht der Förderverein Bairische Sprache und Dialekte e.V. (FBSD), der immer häufiger Anfragen von Schülern, Studenten und jungen Erwachsenen erhält, die sich besonders für Schul- und Seminararbeiten über das Bairische schlau machen wollen. Aber auch Lehrkräfte und Personal aus Kindergärten erkundigen sich bei dem mit 3.200 Mitglieder zählenden, größten Sprachverein Bayerns nach Arbeitsmaterial, um Projekte oder Lernstunden zu gestalten, die sich mit Bayern, Tradition und Bairische Sprache befassen. 

 

Mundart-Ratespiel ein echter Renner

Ein Grund dafür ist auch der Tag der Muttersprache, der seit dem Jahr 2000 immer am 21. Februar begangen wird und an die Förderung kultureller und sprachlicher Vielfalt und Mehrsprachigkeit erinnern soll. Anfangs wenig beachtet, ist er heute ein beliebter Anlass für Schul-Projekte mit den Themen Mundart, Brauchtum oder Tradition in Bayern. „Fast immer können wir helfen und Antworten geben oder zumindest Quellen nennen“, betont der Vereinsvorsitzende Horst Münzinger. Mit dem im Herbst 2014 veröffentlichten FBSD-Mundart-Ratespiel Woaßt as? hat der Verein zudem eine echte Einstiegshilfe geschaffen, die über 100 mundartliche Wörter aus acht altbairischen Sprachlandschaften und 70 oberdeutsche Begriffe enthält. „Ein echter Renner“, wie der 2. Vorsitzende Siegfried Bradl betont. „Die Erstauflage mit 2.500 Stück war in kürzester Zeit vergriffen. Auch Lehrer haben das Kompendium als Arbeitsmaterial entdeckt und viele Exemplare bestellt“, freut sich Bradl.  

 

„Woaßt as?“-Sammlerstück in Vorbereitung

„Die nächste Auflage wird wohl ein besonderes Sammlerstück werden“, sagen die beiden Vereinsvorsitzenden, denn das kleine FBSD-Ringbuch erhält als erstes gedrucktes Medium das Logo des Radiosender BR Heimat, den der Bayerische Rundfunk am 2.Februar gestartet hat, und der als Kooperationspartner gewonnen werden konnte. Somit kann das FBSD-Ringbuch demnächst auch beim BR in der Münchner Geschäftsstelle oder per Internet im BR-Shop erworben werden. Name und Programm des neuen Senders BR Heimat sind für den FBSD auch ein Signal dafür, dass der Volkskultur in Bayern mit Musik und Sprache, mit Brauchtum und Tradition, wieder mehr Bedeutung zukommt. Eine sehr wichtige Entscheidung, die das jahrelange Zurückdrängen des oft mit Rückständigkeit gleichgesetzten Bairischen wenigstens teilweise revidiert.

 

Neue Dialekt-Handreichung und LehrplanPLUS für Lehrkräfte

Neben dem neuen FBSD-Sammlerstück wird es auch eine neue Lehrer-Handreichung „Dialekte in Bayern“ für den Unterricht  geben, die erstmals 2006 auf Betreiben des FBSD vom Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung (ISB) und dem Bayerischen Kultusministerium erstellt wurde. „Damit haben Lehrkräfte eine überarbeitete und aktuelle Anleitung mit vielen Informationen und praktischen Beispielen zum Dialekt und zur Unterrichtsgestaltung an der Hand“, freut sich die FBSD-Vereinsspitze.

Die Handreichung geht Hand in Hand mit der im Vergleich zur Vergangenheit häufigeren Nennung des Dialekts im neuen LehrplanPLUS, der zunächst an allen Grundschulen in Bayern eingeführt wurde. Die Lehrpläne für die anderen Schularten befinden sich in Vorbereitung. Damit wird auch der gemeinsamen Forderung nach mehr schulischer Mundartförderung von FBSD, dem Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) und dem Bayernbund Rechnung getragen. Schon längst ist allgemein anerkannt, dass das Erlernen von Dialekt neben der standarddeutschen Sprache nicht nur den Wortschatz, sondern auch die Lernfähigkeit der Schülerinnen und Schüler verbessert.    

 

MundART – WERTvoll  im Schulbetrieb

Auch das Projekt MundART – WERTvoll macht nach der Genehmigung durch das Wertebündnis Bayern, das von der Bayerischen Staatsregierung ins Leben gerufen wurde und dem der FBSD angehört, Fortschritte. Derzeit beschäftigen sich vier Schulen ganz gezielt ein ganzes Schuljahr mit dem Thema Dialekt. Hierbei werden Materialien entstehen, die dann wiederum anderen Schulen als Arbeitsmaterial zur Verfügung gestellt werden können. Der FBSD, vertreten durch den 2. Vorsitzenden Siegfried Bradl, ist aktiver Projektpartner.

Zusammengefasst sehen die FBSD-Vorsitzenden ermutigende Entwicklungen zur Förderung der Mundart bei den jungen Menschen in Bayern. Der unermüdliche Einsatz vieler Mitglieder und Helfer in den 25 Jahren seit Vereinsgründung wirkt. Jetzt heißt es dranbleiben und Eltern, Lehrkräfte und Jugend begeistern und gewinnen, damit die bairische Sprache Zukunft hat.  

Weitere Informationen

  • Erscheinungsdatum: Dienstag, 17 Februar 2015
  • Quelle: FBSD
  • Autor: Horst Münzinger
Gelesen 1258 mal Letzte Änderung am Mittwoch, 18 Februar 2015 19:38