Dienstag, 04 November 2014 17:13

25 Jahre FBSD III - 2. Bairischer Mundarttag

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Vom Arwashiata zur Zwickklufern

Beim 2. Altbairischer Mundarttag des FBSD steht der Dachauer Dialekt
und seine Geschichte im Mittelpunkt

Die Bairische Sprache und die Dialekte sind bedroht. Eine Erkenntnis, die den Vereinsgründern bereits vor 25 Jahren bewusst war. Die UNESCO hat 2009 die Bairische Sprache als Sprache qualifiziert und auf die Liste der gefährdeten Sprachen gesetzt.

Der Förderverein für Bairische Sprache und Dialekte e.V. (FBSD) - größter Sprachverein in Bayern mit ca. 3.300 Mitgliedern - möchte deshalb auch mit seinem „2. Altbairischen Mundarttag", anknüpfend an die äußerst erfolgreiche erste Veranstaltung im Wittelsbacher Land, für die Verwendung und Weitergabe der regionalen Dialekte an die junge Generation bzw. in Familien, in Bildungseinrichtungen und in den Medien werben und über die Herkunft sowie für Bedeutung der Regionalsprachen informieren. Die Furthmühle wurde ganz gezielt als Veranstaltungsort ausgewählt, da sie im regionalen Schnittpunkt dreier Landkreise liegt, nämlich Landkreis Dachau, Fürstenfeldbruck und Aichach-Friedberg. In gewissem Maße handelt es sich um eine Auftaktveranstaltung, da der FBSD in diesem Sprachraum zukünftig verstärkt tätig werden und den Mundart- sowie Sprachinteressierten ansprechende Veranstaltungen anbieten möchte.

Bild 1: Dr. Norbert Göttler, ein profunder Kenner des „Dachauerischen“Bild 1: Dr. Norbert Göttler, ein profunder Kenner des „Dachauerischen“Beim 2. Altbairischer Mundarttag des FBSD steht der Dachauer Dialekt und seine Geschichte im Mittelpunkt. Als kompetenter Kenner und Verfasser von zwei Dialektbüchern konnte Dr. Norbert Göttler, der ehemalige Heimatpfleger des Landkreises Dachau und heutiger Heimatpfleger des Bezirks Oberbayern gewonnen werden.

Arwashiata, Ipsumperer und Schmoizblecker, Garwenden und Klufer, Moitern, Ridikil und Muidischl - böhmische Dörfer oder selbstverständlicher Sprachgebrauch unserer Eltern und Großeltern? Wir sprechen hier nicht von einem Sprachgebrauch, der Jahrhunderte zurückliegt. Das Dachauer Land hat durch seine Insellage zwischen den Sprachräumen Aichach-Schrobenhausen, Pfaffenhofen-Freising, Fürstenfeldbruck und München bis in die letzte Generation hinein etwas von dem bewahren können, was Jahrhunderte lang bairischer Sprachgebrauch war. "Dachauerisch" ist sprachwissenschaftlich gesehen ein westmittelbairischer Dialekt. Heute gerät vieles davon in Vergessenheit, die nächste Generation wird kaum mehr etwas von den Wörtern der alten Welt verstehen.

Bild 2: Haberer-Zwoagsang, bestens bewandert in Dialekt-, Couplet- und WirtshausliedernBild 2: Haberer-Zwoagsang, bestens bewandert in Dialekt-, Couplet- und WirtshausliedernMusikalisch begleitet wird dieses sprachliche „Feuerwerk" von der Hirangl-Musi und dem Haberer-Zwoagsang aus Altomünster, der hierzu passende Lieder darbieten wird.
Die Veranstaltung findet am Samstag, 15. November, 19:30 Uhr, in der Furthmühle, 82281 Egenhofen (bei Odelzhausen), statt. Das „Café Mahlgang" ist bewirtet und bietet für ca. 50 Personen Platz. Einlaß ist um 18:30 Uhr.

Platzreservierungen und Informationen sind möglich unter:
Tel. 08254-8665 oder
.

Mit dieser Veranstaltung will der FBSD gerade zu seinem diesjährigen 25-jährigen Gründungsjubiläum einen Beitrag zur kulturellen Nachhaltigkeit unserer Bairischen Sprache leisten. Somit sind alle Sprach- und Volkskulturinteressierten herzlich willkommen.

 

Weitere Informationen

  • Erscheinungsdatum: Samstag, 01 November 2014
  • Quelle: FBSD
  • Autor: Sigi Bradl
Gelesen 1622 mal Letzte Änderung am Donnerstag, 06 November 2014 11:48