Freitag, 22 November 2013 14:04

Schöner Preis für Kletterer

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Der 2. Vorstand Franz Rehrl (r.), hielt die Laudatio bei der Verleihung des Dialektpreises an die „Huababuam“, Thomas (l.) und Alexander Huber. Der 2. Vorstand Franz Rehrl (r.), hielt die Laudatio bei der Verleihung des Dialektpreises an die „Huababuam“, Thomas (l.) und Alexander Huber. Alois Albrecht

Schöner Preis für Kletterer

Johannishögl. (al) Dass sie nicht nur den "El Capitan" im Yosemite Nationalpark in Kalifornien in schier unglaublicher Rekordzeit hinaufkraxeln, sondern auch die bayerische Muttersprache noch perfekt beherrschen, zeigten die "Huababuam", Thomas und Alexander Huber, als ihnen neulich vom Förderverein Bairische Sprache und Dialekte e.V. der Dialektpreis 2013 verliehen wurde. Der Verein überreichte den Preis im Rahmen seiner Jahreshauptversammlung im Gasthaus Johannishögl. Zudem hatte der Verein in Dr. Hans Göttler, Akademischer Direktor an der Universität Passau und Mitglied der "Münchner Turmschreiber" einen ausgezeichneten Geschichten-Erzähler parat, der die Besucher der Jahreshauptversammlung mit netten und humorvollen Anekdoten unterhielt. Dr. Göttler hat auch die Wilhelm Busch Geschichte von "Max und Moritz" ins Bairische übersetzt.

Während der Jahreshauptversammlung wurde die Vorstandschaft des Vereins für den Rupertiwinkel gewählt. Alle bisherigen Vorstandsmitglieder sind dabei in ihren Ämtern bestätigt worden. Durch die neugeschaffenen Posten des 2. Schriftführers und eines Beisitzer, der insbesondere für die Jugendarbeit des Vereins zuständig sein soll, wurde die Vorstandschaft aber erweitert. Neben dem Dialektpreis für die "Huababuam" gab es Ehrungen für verdiente Mitglieder. Vorstand Heinz Schober begrüßte in der absolut vollbesetzten Gaststube neben den Mitgliedern, Dr. Göttler und den Huber Buam noch das "Kellerblech", das aus mehreren Musikkapellen der Gegend rekrutierte, ausgezeichnete junge Blas-Ensemble, das die Gäste während der Versammlung auch musikalisch bestens unterhielt.

In einer kurzen Rückschau wies Vorstand Schober auf die Aktivitäten des Vereins während des vergangenen Jahres hin. Bei vielerlei Veranstaltungen habe der Verein einen Stand gehabt, sagte Schober. Als besonders beliebt hätten sich die an diesen Ständen durchgeführten Tests der baierischen Sprache erwiesen. Populär waren auch die Stammtische beim Huber Franz im Bauernhofmuseum in Hof bei Kirchanschöring. Daneben habe vor Allem Michael Ofensberger Vorträge, wie im Altenheim "St. Korbinian" in Freilassing und anderweitig gehalten. Schober zeigte sich sehr erfreut über die Fortschritte die der Verein während der vergangenen Jahre gemacht hat. Dialekt sei inzwischen etwas, das nicht mehr als irgendwie "Minderwertig" betrachtet würde und die Menschen seien sogar stolz darauf ihre Herkunft durch ihre Sprache kenntlich zu machen.

Kassier Peter Veiglhuber berichtete dann in sehr klarer Form über die Einnahmen und Ausgaben des Vereins. Kassenprüfer Markus Putzhammer bestätigte dem Kassier auch eine akkurate und übersichtliche Kassenführung und schlug die Entlastung der Vorstandschaft vor. Diese wurde von den Anwesenden prompt und einstimmig gewährt.

Die bei der Jahreshauptversammlung des Fördervereins für Bairische Sprache und Dialekte Geehrten; v.l.: 1. Vorstand Heinz Schober, der gerade zum Ehrenvorstand ernannte Michael Ofensberger und die zu Ehrenmitgliedern ernannten; Maria Hafner, Karl Robl und Sigi Ramstötter, sowie 2. Vorstand Franz Rehrl.Die bei der Jahreshauptversammlung des Fördervereins für Bairische Sprache und Dialekte Geehrten; v.l.: 1. Vorstand Heinz Schober, der gerade zum Ehrenvorstand ernannte Michael Ofensberger und die zu Ehrenmitgliedern ernannten; Maria Hafner, Karl Robl und Sigi Ramstötter, sowie 2. Vorstand Franz Rehrl.Bei den Ehrungen wurden Maria Hafner, Karl Robl und Sigi Ramstötter zu Ehrenmitgliedern des Vereins ernannt. Sie alle hätten mit ihrem Wirken maßgeblich zum Erfolg des Vereins beigetragen und sie seien Vorbilder im Gebrauch ihres baiersichen Dialekts, sagte Schober. Michael Ofensberger ist jetzt Ehrenvorstand des Vereins, denn wie kein anderer habe "Michi" sich um den Verein bemüht und er sei sogar ein Gründungsmitglied, betonte der Vorsitzende.

Bei den Wahlen fungierte Markus Putzhammer als Wahlleiter und nachdem es gegen seinen Vorschlag die Wahlen per Handzeichen durchzuführen, keinen Widerspruch gegeben hatte, gingen die Wahlen sehr schnell und reibungslos über die Bühne. Demnach ist Heinz Schober wieder 1. Vorstand und Franz Rehrl wurde ebenso als 2. Vorstand bestätigt. Kassier ist nach wie vor Peter Veiglhuber und 1. Schriftführerin Marianne Hauser. Ihr steht in Zukunft Winfried Langwieder als 2. Schriftführer zur Seite. Beisitzerin Maria Hafner bekommt in Florian Loithaler, der sich besonders um die Jugendarbeit kümmern soll, ebenfalls Beistand. Wahlleiter Putzhammer dankte den Anwesenden für die schnellen und einstimmigen Entschlüsse und gratulierte den Gewählten.

Die Berge im Hintergrund sind zwar bei weitem nicht so hoch, wie jene, auf die die "Huababuam" oft kraxeln, aber der Dialektpreis den sie in Händen halten freute Thomas und Alexander Huber auch vor dieser Kulisse; v. l.: 1. Vorstand Heinz Schober, Ehrenvorstand Michael Ofensberger, Alexander Huber, Thomas Huber, Schriftführerin Marianne Hauser und 2. Vorstand Franz Rehrl.Die Berge im Hintergrund sind zwar bei weitem nicht so hoch, wie jene, auf die die "Huababuam" oft kraxeln, aber der Dialektpreis den sie in Händen halten freute Thomas und Alexander Huber auch vor dieser Kulisse; v. l.: 1. Vorstand Heinz Schober, Ehrenvorstand Michael Ofensberger, Alexander Huber, Thomas Huber, Schriftführerin Marianne Hauser und 2. Vorstand Franz Rehrl.Für die Verleihung des Dialektpreises an die "Huababuam", Thomas und Alexander, hatte 2. Vorstand Franz Rehrl eine Laudatio parat. Viele "Prominente" versuchten sich bei Gesprächen aller Art in einer möglichst "neutralen" Sprache zu äußern, sagte Rehrl, um eine vermeintlich hohe geistige Ebene zu demonstrieren. Dabei verleugneten sie aber, zumindest was die Sprache betreffe, ihre Identität. Bis vor wenigen Jahren sei bei im Dialekt geführten Gesprächen im Fernsehen auch tatsächlich eingeblendet worden; "Originalton Süd", oder dergleichen. Damit seien die Dialektsprecher schon ein bisschen der Naivität, oder gar der Primitivität, bezichtigt worden, meinte Rehrl. Mittlerweile habe sich das aber gewaltig geändert. Medien und die Gesellschaft als Ganzes hätten den Wert des Dialektes erkannt und solche Dialekt-Gespräche würden sogar geschätzt. Zu dieser Änderung in der Wertschätzung hätten wahre Größen in Sport, Kultur und Politik beigetragen, die mit ihren Leistungen und Erfolgen die Menschen überzeugt und begeistert haben. Zwei dieser Persönlichkeiten seien auch die "Huababuam" aus Palling. Sie nennen sich nicht die "Gebrüder Huber aus Palling" und haben sich auch nicht einen englisch und damit international klingenden Titel, wie "Bavarian Speed Climbers", oder Ähnliches zugelegt, nein, sie stehen nach wie vor zu ihrer bayerischen Anrede als "Huababuam". Bei Gesprächen im Radio oder Fernsehen sprechen sie auch nach wie vor ein gepflegtes Bairisch und tragen damit ihre Identität als Botschafter Bayerns, sowohl in sportlicher, als auch kultureller Hinsicht in die Welt.

In der heutigen Welt, mit immer mehr international einebnenden Gepflogenheiten, sei der Mensch ohnehin nur noch durch seine Sprache einem Land, einer Region zuzuordnen, sagte Rehrl Damit werde der Dialekt zu einem wichtigen Merkmal, das unsere Identität schütze und festige und die Vielfalt und Eigenheiten der menschlichen Gesellschaft bewahre. Auch hier seien die Huababuam ein Beispiel, denn sie zeigen dass sie auch als international berühmte und gefeierte Persönlichkeiten ihren Dialekt nicht verleugnen müssen. Im Gegenteil, dies erhöhe womöglich die Anerkennung für ihre sportlichen, bergsteigerischen Leistungen und zeige ihre Echtheit, Glaubwürdigkeit und Zuverlässigkeit. Beide, Thomas und Alexander, seien staatlich geprüfte Berg- und Skiführer und zählen zu den erfolgreichsten Bergsteigern jeglicher Art Weltweit. Zudem seien sie international bekannt durch Filmdokumentationen, wie "Klettern am Limit", "Eiszeit" und vielen mehr. Kürzlich sei auch ein Buch der Beiden erschienen, mit dem Titel; "Mein bester Freund", in dem sie sich auf wissenschaftlicher Basis mit der Angst beim Klettern auseinandersetzen. Auch in Seminaren für Manager haben sich die "Huababuam" einen guten Ruf erworben. Heute aber seien sie, ohne jegliche "Starallüren", echt und unverfälscht, hier beim Förderverein für die bairische Sprache und es sei eine große Ehre ihnen mit viel Respekt und Anerkennung den Dialektpreis für das Jahr 2013 zu überreichen.

Thomas und Alexander Huber bedankten sich für den Preis und meinten, auch sie hätten in ihren Vorträgen und Seminaren erfahren, es sei von Vorteil unverfälscht aufzutreten und seine Herkunft nicht zu leugnen. Selbst Norddeutsche könnten einen gepflegten bairischen Dialekt ohne Schwierigkeiten verstehen und es werde sogar von ihnen gewünscht, so zu sprechen. Wie sehr sie den Preis schätzen, ließ Alexander Huber auf die Frage, was ihn in der vergangenen Woche am meisten gefreut habe, bei einem Stammtisch im Bayerischen Fernsehen wissen. Es sei der Dialektpreis gewesen, beteuerte er ohne Zögern.

Dr. Hans Göttler bestätigte in seinen Anekdoten, die er zu viel Beifall nach der Ehrung der Huababuam zum Besten gab ebenfalls, das Dialektreden sei jetzt sehr akzeptiert. Früher, meinte Dr. Göttler, sei das anders gewesen. Da seien Kinder in der Schule bestraft worden, wenn sie in ihrem angestammten Dialekt redeten. Dr. Göttler bestätigte in den Erzählungen, die er bei der Versammlung hören ließ durch seine Aussprache bestimmter Laute jedenfalls das Vorurteil, ein Niederbayer könne immer zum Bellen gebracht werden durch die Ankündigung es gebe Freibier. Unweigerlich würde er darauf nämlich mit "Wou" antworten.

 

Fotos: Alois Albrecht

 

Weitere Informationen

  • Quelle: FBSD Rupertiwinkel
  • Autor: Alois Albrecht
Gelesen 3457 mal Letzte Änderung am Freitag, 22 November 2013 15:25