Donnerstag, 16 Juni 2011 02:00

Mundart in vielen Schulen verwurzelt – Auch Migranten sprechen Altbairisch

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Jury bewertet Beiträge von Grundschülern zum Dialektwettbewerb –Vier Bezirkssieger ermittelt – Minister Spaenle: Dialekt schafft Bezugder Kinder zu ihrem Kulturraum

MÜNCHEN. Mundart gehört nach wie vor zum Alltag an vielen bayerischenGrundschulen und ist auch im Lehrplan verankert. Und viele der Mädchen undJungen freuen sich an ihrer Tracht – gerade wenn sie Lieder in Mundart zumBesten geben und heimatliche Tänze präsentieren. Dies war ein Ergebnis desMundArt-Wettbewerbs „higschaugt – zug'horcht – mitgschwätzt". Ausgeschriebenhatte ihn das Bayerische Kultusministerium zusammen mit dem FördervereinBayerische Sprache und Dialekte e.V. Die sechsköpfige Jury hat nundie Sieger aus den Einsendungen aus vier Regierungsbezirken ermittelt.Schirmherr war Bayerns Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle und der schätztMundart und Tracht sehr: „Der Dialekt schafft einen besonderen Bezug der Kinderzum eigenen Kulturraum und zu den Menschen, die darin leben. Die Geschichteder Menschen in ihrer Region vermittelt Identität gerade angesichts derGlobalisierung. Heimatverbundenheit und Weltoffenheit gehören für mich zusammen",so Staatsminister Spaenle.

„Max und Moritz" lieferte die Vorlage für die AG Mundart der Grundschule Bergam Laim in München – und zwar für ein Hörspiel in Altbairisch. Kinder mit Migrationshintergrundwaren hier genauso begeistert bei der Sache wie alle anderen.Ihr Lohn: Der 1. Preis für den Regierungsbezirk Oberbayern wurde ihnen zuteil –und damit die Eintrittskarte für einen Besuch in den Studios des BayerischenRundfunks. Begeistert äußerte sich ein Jurymitglied: „Auch Klassen mit einemAnteil von 70 Prozent an Kindern aus Zuwandererfamilien sprechen Mundart imAlltag. Hier findet Dialektförderung in der angeblich mundartfreien Zone Münchenstatt."

Schwäbisch spannte die Brücke zwischen Jung und Alt und vom Schulchor derGrundschule Waldstetten über die Kreisheimatstube Stoffenried zur ChorgemeinschaftWaldstetten. „G'schupfte Nudla" wurden nicht nur mit sichtbarer Begeisterungbesungen, sondern zum Schluss auch mit großem Appetit verspeist.Die Buben und Mädchen bekamen damit den Zuschlag als Sieger aus Schwabenund damit das Ticket für einen Blick hinter die Kulissen der Medienprofis in derLandeshauptstadt.

„Hia zou, i verzöh da wos", dazu forderten Erstklässler aus der Oberpfalz dieJurymitglieder auf. Die Jury schaute hin, was sich die kleinsten an der GrundschuleDeining in der Oberpfalz als Rätsel in Mundart ausgedacht und auf DVDaufgezeichnet hatten. Die ABC-Schützen verpackten verschiedene Begriffe inmundartlichen Rätseln und lösten sie in bunten Bildern und Liedern auf. Der Jurygefiel's, Platz 1 in der Oberpfalz war den jungen Deiningern gewiss.„Mia san ma Niedabayern", unter diesem Motto offerierten die Viertklässler ausdem niederbayerischen Perkam einen dreiteiligen Wettbewerbsbeitrag rund umSprachspiele, Geschichten und Lieder aus dem Südosten Bayerns. Für ihr Talentdürfen sich die Grundschüler der 4. Klasse nun auf einen spannenden Tag inMünchen freuen.

Das vom Förderverein Bairische Sprache und Dialekte mit angestoßene Projekt,das vom Bayerischen Rundfunk unterstützt wurde, wird bei den Grundschülernweiteres Interesse für die regionale Mundart und für ihre heimatliche Umgebungwecken, ist sich Minister Spaenle zuversichtlich. Die Beiträge der Gewinner, dieauf der Homepage des Ministeriums eingestellt werden, werden einen Einblick indie Kreativität und Lebendigkeit des Unterrichts an bayerischen Grundschulengeben. Für die Jury steht fest: Die Beispiele dienen sicher auch als Anregung fürmundartbegeisterte Nachahmer.

Dr. Ludwig Unger, Pressesprecher, verantw.
Sylvie Schnaubelt, Zweite Realschulkonrektorin, Stellv. Pressesprecherin
Marion Rüller, Oberstudienrätin, Stellv. Pressesprecherin
Birger Nemitz, Sprecher  

E-Mail: 
Internet: www.km.bayern.de
Sekretariat: Tel. 089-2186 2106; Telefax; 089-2186 2881

Salvatorstraße 2 · 80333 München

Weitere Informationen

  • Erscheinungsdatum: Donnerstag, 16 Juni 2011
  • Quelle: Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus
  • Autor: Dr. Ludwig Unger - Pressesprecher
Gelesen 4997 mal Letzte Änderung am Samstag, 29 Dezember 2012 12:00