Mittwoch, 05 Oktober 2011 02:00

FBSD auf der "Oiden Wiesn" dabei!

Artikel bewerten
(1 Stimme)

Der Förderverein Bairische Sprache und Dialekte e.V. (FBSD), vertreten durch den Landschafts-verband München Stadt und Land, war nach dem großen Erfolg bei der „Historischen Wiesn" im Jahr 2010 auch bei der ersten „Oiden Wiesn" dabei. Bereits bei der Namensgebung „Oide Wiesn" war der FBSD in der Jury vertreten. Zusammen mit den Partnern Bayerischer Landesverein für Heimatpflege e.V., der Monacensia, dem literarischen Gedächtnis der Stadt München und der Münchner Schule für Bairische Musik-„Wastl-Fander-Schule", präsentierte sich der Sprachverein in einem gemeinsamen Stand vor dem Zelt der „Schönheitskönigin".

„Schmankerl" gab's genügend auf der „Oiden Wiesn" Für die kulinarischen, musikalischen und gesanglichen Schmankerl sorgten die Sänger und Musikanten. Für die sprachlichen Schmankerl war der FBSD zuständig. Was bedeutet „Auf dGant kemma"? Was ist ein „Magndratzal"? Ist Bissgurn oder Bissgurkn richtig? Was bedeutet „außigrasn"? und woher kommt „Aufpàssn wiara Hàftlmacher"? Habts àà a „Gerschdl", an „Diridari" dabei? Ein „Pfenningfuchser" kommt auf der Wiesn nämlich nicht recht weit und wird sich auch beim „Obandln" schwer tun. Ob da was zsamm geht mit am „Gschpusi" ? Wer seine Bairisch Kenntnisse testen wollte, konnte sich am Stand einem unterhaltsamen und gleichwohl lehrreichen Bairisch-Sprachtest unter dem Titel „Woaßt as?" unter-ziehen. Wer alle Fragen richtig beantwortete, bekam als Zuckerl das FBSD-Wapperl „I red Boarisch - und Du?" geschenkt. Zudem erhielten die Besucher Informationen über die Ziele und Aktivitäten des mit 3.200 Mitgliedern größten Sprachvereins in Bayern der z.B. am 21. Februar 2011 zum „Inter-nationalen Tag der Muttersprache" zusammen mit dem Kultusministerium den MundArt-Wettbewerb „higschaut - zughorcht – mitgschwätzt" für alle Grundschulen in Bayern ausgerufen hatte. „Der Dialekt schafft einen besonderen Bezug der Kinder zum eigenen Kulturraum und zu den Menschen, die darin leben", so Schirmherr Kultusminister Ludwig Spaenle. Waren es in den ersten Tagen noch 5-6 ehrenamtliche Mitglieder die den Stand betreuten, musste der Landschaftsver-bandsvorsitzende Gerhard Holz bald Verstärkung anfordern. So standen bereits ab dem zweiten Wo-chenende täglich 8-9 FBSD Vertreter zur Verfügung, um den gewaltigen Andrang und das große Inte-resse zu befriedigen. Die bairischen Begriffe und Redewendungen trugen auch zur guten Stimmung bei, die an allen 17 Tagen erlebbar war und sich auf alle Besucher übertrug. Dieser große Zuspruch der Wiesn-Besucher aller Altersschichten und unterschiedlichster Herkunft zeigt, daß die Menschen sich durchaus Gedanken machen, was für sie wichtig ist. In einer immer mehr globalisierten Welt spielt die Heimat und die Region, in der man zu Hause ist, spürbar eine immer größere Rolle. Woher sollen wir denn wissen, wo wir hingehen sollen, wenn wir nicht wissen, wo wir herkommen. In die-sem Sinne hoffen wir, daß die Eltern und Großeltern, aber auch ErzieherInnen und LehrerInnen zu-künftig wieder mehr Dialekt mit den Kindern bzw. der nachwachsenden Generation sprechen.

Weitere Informationen

  • Erscheinungsdatum: Mittwoch, 05 Oktober 2011
  • Quelle: Förderverein Bairische Sprache und Dialekte e.V.
  • Autor: Gerhard Holz
Gelesen 2760 mal